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Mi 24.05.2017
Goldener Salon | Party

Soli-Party für antifaschistische Strukturen in Schwerin

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LIVE-ACTS

DocNest (HipHop-Duo / Hamburg)
docnest.bandcamp.com
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Cheddar Mike + MDMH (Battlerap / Rostock)
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Entartist (Pöbelrap / Schwerin)
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Feiwel (Rap / Hamburg)
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Hintergrund:

Schwerin, Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, wurde zu Recht für den Award "Kaltort 2016" nominiert. Dahinter verbirgt sich ein Ranking, in welchem die Kampagne "Deutschland demobilisieren" die ekelhaftesten deutschen Städte vorstellte. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Aufgrund der Landtagswahl in MV veranstaltete die NPD einen Aufmarsch zum 1. Mai. Antifaschistischer Protest wurde von Bullen im Keim erstickt, eine Gruppe aus Hamburg wurde rechtswidrig den ganzen Tag über eingekesselt, an anderer Stelle wurde auf den Protest eingeprügelt, dass sogar ein Antifaschist das Bewusstsein verlor. Doch auch außerhalb von NPD-Großveranstaltungen ist in Schwerin einiges los. Der so genannte "Dachverband Deutschland wehrt sich" (kurz "DWS") demonstrierte regelmäßig auf den Straßen von Schwerin. Das Personenpotential bestand zu einem Bruchteil aus besorgten Bürger, zum Großteil aber aus überzeugten Neonazis und abgehängten Gestalten, welche die rechte Erlebniswelt für sich entdeckt haben. Es blieb nicht lange nur bei Demonstrationen. Immer wieder wurden Jugendliche und Geflüchtete verprügelt, Moscheen beschädigt oder Hakenkreuze gesprüht. Im letzten Jahr gab es 2 Angriffe auf das linke Kultur- und Wohnprojekt "Komplex". Ein Skatecontest im Schweriner Stadtteil Lankow, in welchem viele Nazis wohnen, wurde mit Feuerwerk angegriffen. Mit dem Echo kam die Rassistengruppe dann aber nicht klar. Nachdem DWS immer erfolgloser wurde und sich selbst zerlegt hat, bildete sich die Gruppe "Nationale Sozialisten Schwerin". Diese fällt vor allem durch ihren Aktionismus auf, sie sind bei fast jeder Nazidemo in MV dabei.

Linke Strukturen haben es schwer in Schwerin. Eine kaum vorhandene Zivilgesellschaft, regelmäßiges Umziehen von coolen Leuten in andere Städte prägen den Aktivismus vor Ort. Im Zuge einer Debatte um die Videoüberwachung des in Schwerin zentral gelegenen Marienplatz schrieb die dazu eingerichtete Arbeitsgruppe, welche aus Polizei und Stadtvertretung besteht: "Die örtliche Nähe des Marienplatzes zum Szenetreff Komplex (Pfaffenstraße) und die mögliche Solidarisierung mit den Flüchtlingen sowie die totale Ablehnung des rechten Gedankengutes verstärken die Gefahr von gewalttätigen Auseinandersetzungen". Hier geht deutlich hervor, was die Stadt von emanzipatorischem Engagement hält. Nämlich nicht viel.

Mit unserer Party wollen wir die Leute vor Ort finanziell unterstützen. Seien es Repressionskosten oder die vielen Aspekte der politischen Arbeit, die Geld kosten. Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Eintritt: 7.00 €
 | Open: 21:00 | Start: 22:00